Behüte mich vor meinen Freunden…


mit meinen Feinden werde ich alleine fertig.

 

Wenn einer meiner Filme in einer Zeitschrift besprochen wird, freut mich das. Wenn das allerdings in einer Weise geschieht wie die Kritik an meiner Dokumentation „Vom Turnschuh zum Kampfstiefel“ in Heft 2/2016 des Magazins „videofilmen“, fühle ich mich sehr peinlich berührt.

Einleitend gibt der ungenannt bleibende Kritiker einen Einblick in seine Gedankenwelt, indem er apodiktisch behauptet: „Wenn es keinen Zwang mehr gibt, wer geht dann noch zur Armee? Die Schießwütigen, die Neonazis, die Schlägertypen? Nein, die sind bei der Polizei.“ Um Himmels willen! In welcher Welt lebt dieser Mensch denn? Dann geht er weiter in seiner Analyse und stellt nun fest: „Die Armee ist für die völlig Perspektivlosen…“. Allerdings meint der Autor nun schon, mir diese Aussage als Leitmotiv meines Filmes unterstellen zu können.

Wohl dem der lesen und hören kann. Im Gegensatz zu dem mir hier unterstellten Aussagewunsch, äußere ich sowohl im Film selbst wie auch im Begleittext klar und deutlich meine Intention: „Der 15-minütige Film ist eine Dokumentation über drei junge Menschen, die sich freiwillig für den Dienst in der Bundeswehr entschieden haben. Was bewegt diese Frauen und Männer, den Drill und die Entbehrungen im Leben als Soldat auf sich zu nehmen? Mein Bericht versucht, darauf Antworten zu finden.“

Ganz haarsträubend wird die Kritik, wenn der Verfasser behauptet: „… der Bildlook erinnert gar subtil an ganz andere Zeiten der deutschen Armee.“ Nein! Diese Absicht hatte ich ganz und gar nicht. Die Bundeswehr hat ihre Traditionslinie im Widerstand gegen die Nazi-Diktatur, ist eine Parlamentsarmee und wer auch nur je einen Fuß in eine Kaserne gesetzt hat, merkt deutlich, dass der Satz vom „Bürger in Uniform“ keine hohle Phrase ist. Auch hier zeigt sich, wie sehr sich der der Kritiker bar jeder Fach- und Sachkenntnis von seinen kruden Ansichten leiten ließ.

Im Übrigen habe ich bewusst darauf verzichtet, dem Film einen „Look“ zu verpassen. Die Farbstimmung ist „out of the box“, also genau so, wie sie aus der Kamera kam.

Interessant finde ich, dass der Autor am Schluss seiner Kritik offenbar doch ins Zweifeln kam, ob der Film tatsächlich seine Ansichten belegt: „Der byzantinische Abspann (was auch immer das sein soll, Anm. d. Verf.) lässt uns im Zwiespalt und gerade dadurch genötigt zur eigenen Meinung über das Gesehene – Prädikat: Absolut sehenswert!“

Genau das ist es, was ich mit dem Film aussagen wollte: Ganz im Sinne eines klassischen Journalismus, wollte ich aus der Sicht meiner Protagonisten schildern, was ihnen in den drei Monaten Grundausbildung begegnete. Am Schluss kann sich der Betrachter dann seine eigene Meinung bilden. Zahlreiche Zuschauer haben in Kommentaren diese Absicht erkannt, der Autor in „videofilmen“ ging in seiner Kritik leider völlig in seinen eigenen Gedanken und Ansichten auf. Schade! Und so kann ich nur sagen: Behüte mich vor meinen Freunden, mit meinen Feinden werde ich schon alleine fertig.

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Walter Korinek

Kritik-videofilmen-Jan2016-web

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