S 78 Ozelot – Im Einsatz für den Frieden

Es ist eng, heiß und laut auf der „Ozelot“. Das Schnellboot der Deutschen Marine liegt sicher vertaut auf dem Marinestützpunkt Hohe Düne bei Rostock. Soeben legt das Schwesterschiff „Zobel“ auf der anderen Seite des Piers an.

Bis 2016 waren diese Schnellboote vor der Küste Libanons im Rahmen der UNIFIL-Mission der UN eingesetzt. Wenn die „Ozelot“ mit ihrem Schwesterschiff „Zobel“ nach artikelbild 01ihrem letzten Einsatz im Hafen anlegt, geht eine lange Tradition ihrem Ende entgegen. Sie waren der Rest der „Gepard“-Klasse, der letzten und größten Schnellboot-Entwicklung der Bundesmarine. Ursprünglich gehörten zehn Boote dieses Typs zum 7. Schnellbootgeschwader.

Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden Schnellboote durch den früheren Präsidenten der USA John F. Kennedy. Im Zweiten Weltkrieg war der als junger Offizier Kommandant des PT-109. Sein Schiff war 1943 an den Kämpfen um die Salomoneninseln beteiligt bis im August ein japanischer Zerstörer das Boot aufspürte und versenkte. Die Überlebenden retteten sich auf eine Insel und konnten nach einer Robinsonade von Suchmannschaften gefunden und gerettet werden. Der schwer verletzte Kennedy erhielt für seine Leistungen als Kommandant hohe Auszeichnungen. Aufgearbeitet wurde die Geschichte durch den Film von Leslie Martinsons „Patrouillenboot PT 109“ (1963).artikelbild 05

Im Gegensatz zur Marine anderer Länder hatten die deutschen Schnellboote eine eher geringe Bedeutung. Vorgesehen waren sie vor allen während des Kalten Kriegs zum Einsatz in der Ostsee. Durch den historischen Wandel und das Einsatzkonzept der Bundeswehr wartete in den letzten Jahren allerdings eine andere Aufgabe auf die Schiffe und ihre Besatzunen. Bevor die beiden Schwesterschiffe in Warnemünde anlegten, waren sie mit mit ihrer 36 Mann starken Besatzung im Auftrag des UN-Einsatzes UNIFIL vor der Küste des Libanon auf See. Die Bestzungen hatten den Auftrag, Waffenschmuggel zu unterbinden Angehörige der libanesischen Küstenwache auszubilden.

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Doch für den weltweiten Einsatz, der ja für die Bundeswehr zur Regel wurde, sind die Schnellboote nicht mehr geeignet.

Die Bewaffnung moderner Piraten erfordern ein stärkeres Verteidigungspotenzial. Deshalb wurden die Boote durch die neuen Korvetten der „Braunschweig“-Klasse ersetzt werden. Seit 2016 sind die Schnellboote der Deutschen Marine Geschichte. Nun übernehmen Korvetten die Rolle der leichten Kavallerie auf See.

Diese Schiffe sind zwar langsamer als Schnellboote, die ja immerhin die sehr beachtliche Geschwindigkeit von 42 Knoten (78 Stundenkilometer) erreichen konnten. Aber sie sind deutlich stärker bewaffnet und können länger selbstständig auf See sein.

Ich hatte 2014 Gelegenheit, die „Ozelot“ und ihre Besatzung zu besuchen. Davon handelt diese kurze Doku, die durch die geschilderten Ereignisse fast schon eine gewisse historische Bedeutung erlangt.

 

 


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