Schön war die Zeit, so schön…

Was vergangen, kehrt nicht wieder;
aber ging es leuchtend nieder, leuchtet’s lange noch zurück!

(Karl August Förster)

Auf diesem Weg möchte ich allen herzlich danken, die mich auf meinem beruflichen Lebensweg begleitet haben. Dankbar bin ich auch für die vielen menschlichen Begegnungen, die ich im Laufe meines Berufslebens erfahren durfte.

Foto: swp/Nadine Wilmanns

NECKARTENZLINGEN

Von den Schülern fürs Leben gelernt

Verabschiedung Schulleiter Walter Korinek

Neckartenzlingen / Von Nadine Wilmanns 13.07.2018

Stein, Holz, Glas gehören zu den Lieblingswörtern von Walter Korinek. Und spätestens nach seiner Verabschiedung als Schulleiter der Auwiesenschule am Donnerstagnachmittag ist das sonnenklar. Wann immer er Besucher in der Schule empfangen habe, habe er sie darauf aufmerksam gemacht: ,,Stein, Holz, uns Glas prägen die Atmosphäre.“ Die drei Elemente stehen für die Leitlinien der Auwiesenschule, so Korinek: stetiger Wissensaufbau, Schule als Lebensraum und das Glas als klare und doch transparente Grenze, die Forderung, Ordnung und Regeln einzuhalten.

[Mehr: SCHÖN WAR DIE ZEIT]

When I’ve had too much reality, I open a book

Ich liebe lange romantische Spaziergänge durch Buchhandlungen.

Bücher erreichen Stellen, da kommt der Fernseher gar nicht hin.

Ein gutes Buch liest man so schnell wie möglich, um sich dann darüber zu ärgern, dass man es so schnell gelesen hat.

Ein verregneter Tag ist ein Geschenk an alle Leseratten

EUROPA: Gestern – Heute – Morgen

Anastasia, Christina und Anna, Mike, Costas und Tamer besuchen die 9. Klasse einer Werkrealschule in Baden-Württemberg. In den letzten Wochen befassten sie sich im Geschichtsunterricht intensiv mit dem Nationalsozialismus. Wir begleiten die Jugendlichen auf einer Studienfahrt ins benachbarte Frankreich. Dort begegnen sie einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte.

1945 lag Europa zerstört am Boden. Nationalismus und ein verbrecherisches Regime in Deutschland führten dazu, dass im Laufe der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts viele Millionen Menschen durch Kriege, Holocaust und Terror den Tod fanden.

europa

Eine neue Zeit musste beginnen, die geprägt sein sollte durch Vertrauen und Kooperation. Dies kann allerdings nur gelingen, wenn sich alle weiterhin an das erinnern, was zu den Katastrophen der beiden Weltkriege und der nationalsozialistischen Herrschaft geführt hatte. Deshalb unternahm die Schule eine Studienfahrt zum ehemaligen KZ Natzweiler-Struthof im Elsass.

Der Film befasst sich mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte – den Konzentrationslagern. Er dokumentiert einen Besuch von Schülern in der Gedenkstätte und ihre Auseinandersetzung mit diesem Thema. Das Video entstand in einem Kooperationsprojekt der Auwiesenschule Neckartenzlingen mit der Bundeswehr. Jugendoffizier Hauptmann Nötte verschaffte den Schülerinnen und Schülern durch die besonderen Kontakte der Bundeswehr zum französischen Verteidigungs­ministerium  eine deutschsprachigen Führung mit der Historikerin Marie Koehn.  Ihre fachwissenschaftlich und fachdidaktisch sehr versierte Führung durch die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof konnte bei den Schülerinnen und Schülern ein hohes Maß an Betroffenheit über die Geschehnisse während der Zeit der Nazi-Herrschaft erzeugen. Die bei der Führung verwendeten Medien und handlungsorientierte didaktische Vorgehensweise ermöglichten es den Jugendlichen sehr gut, eine Verbindung zwischen den historischen Geschehnissen und den Ausstellungsobjekten auf dem Gelände herzustellen und aktiv in die Auseinandersetzung mit der Thematik einzutreten.

Richard von Weizsäcker drückte die Problematik der Konfrontation mit diesem Abschnitt der deutschen Geschichte in seiner berühmten Rede vom 8. Mai 1985 anlässlich der Gedenkveranstaltung im Plenarsaal des Deutschen Bundestages zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa so aus:

„Wir alle, ob schuldig oder nicht, ob alt oder jung, müssen die Vergangenheit annehmen. Wir alle sind von ihren Folgen betroffen und für sie in Haftung genommen…

Es geht nicht darum, Vergangenheit zu bewältigen. Das kann man gar nicht. Sie läßt sich ja nicht nachträglich ändern oder ungeschehen machen. Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren…“

Nachdem die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts vorwiegend durch Konflikte, Kriege und Terror geprägt war, stellte sich den Menschen in der zweiten Hälfte eine neue Aufgabe.

weizsacker

Ein Aspekt, der relativ wenig Beachtung findet, berührt die Streitkräfte der europäischen Länder. Insbesondere am Beispiel der beiden zentraleuropäischen Staaten Frankreich und Deutschland gelang es in besonderer Weise, aus Feinden in zunehmenden Maß Verbündete und Freunde zu machen.

Ein besonderer Dank gebührt im Rahmen des Unterrichtsprojekts Herrn Hauptmann Nötte, Jugendoffizer im Bereich Stuttgart. Nachdem er in einem Gespräch von unserem Projekt erfahren hatte, bot er der Schule den Besuch des Eurocorps in Strasbourg an. Dort führte der Pressesprecher die Schüler anschaulich in die Ausgangslage, die historische Entstehung und Entwicklung der Deutsch-Französischen Brigade und des Eurocorps und die Aufgabenstellung dieser Einheiten im Rahmen der europäischen Sicherheitskonstellation ein.

Betrachtet man den Zustand der Europäischen Gemeinschaft in der Gegenwart kann man zwar dankbar feststellen, dass es gelungen ist, seit 1945 die Völkerverständigung mindestens in Mitteleuropa entscheidend voranzutreiben. Aus ehemaligen Feinden wurden Freunde. Allerdings warten angesichts der aktuellen Probleme im EU-Raum auf die kommende Generation eine Vielfalt an weiteren Aufgaben.

In Vielfalt geeint – so lautet der Leitspruch, der die Arbeit der Parlamentarier im Europaparlament prägt. Hier einige Eindrücke aus dem „Parlamentarium“, dem Besucherzentrum des Europäischen Parlaments in Brüssel.

Weiterführende Links:

Die Urenkel von Gutenberg

Wir befinden uns in einer Revolution. Nein, ich meine nicht die politischen Entscheidungen in Berlin, Paris, Washington, Peking oder Moskau. Die Umwälzung bezieht sich auf die Art und Weise, wie wir kommunizieren.

Seit um 1450 von Johann Gutenberg der Butastaturchdruck erfunden wurde und die Schriftkultur Einzug in das Alltagsleben fand, gab es keine andere technische Erfindung, die unser aller Leben so sehr veränderte. Die Rede ist von den sogenannten „Neuen Medien“, PC, Notebook, Tablet und Smartphone. Seit diese Medien flächendeckend verbreitet sind, hat sich unser Kommunikationsverhalten tiefgreifend verwandelt.

Blogger sind anders

Waren früher Journalisten diejenigen, welche Informationen recherchierten, redigierten sendenund verbreiteten, ist dies heute Allgemeingut geworden. „Nicht jeder ist Journalist. Aber (fast) jeder publiziert jetzt wie ein Journalist“, so bringt es der Kognitionspsychologe Christian Stöcker auf den Punkt. [1] Aber während sich professionelle Journalisten an Normen, eine ethische Fundierung halten (sollten) und notfalls für Verstöße dagegen zur Verantwortung gezogen werden, operieren die zahllosen Blogger, Podcaster und Twitterer in einem schier endlosen Freiraum. Meldungen und Meinungen, Texte, Fotos und Videos überschwemmen in Massen weltweit die Smartphones. Das Bild nutzerder Wirklichkeit ist davon entscheidend geprägt – und je jünger die Rezipienten sind, desto stärker sind sie von dieser neuen Art der Informationsgewinnung geprägt. Nicht mehr die Nachrichtensendungen in Fernsehen, Rundfunk oder Zeitung beeinflussen insbesondere bei Jugendlichen die Realitätswahrnehmung. Es sind die schnellen Infos auf Twitter, YouTube oder WhatsApp, welche Weltwissen vermitteln und gleichzeitig aber auch unreflektiert die Meinungen, Auffassungen oder im schlimmsten Fall die manipulativen Absichten des jeweiligen Autors transportieren.

Was hilft?

generation-smphMaschinenstürmerei, Verteufeln der Neuen Medien ganz sicher nicht. Aus meiner Sicht hilft nur, dass Eltern, Lehrer und andere pädagogische Vermittler sich dieser Aufgabe stellen. Jugendliche müssen lernen, dass in Medien kein objektives Bild der Realität dargestellt wird. Jede Information ist durch die Brille des Informanden beeinflusst. Christian Stöcker fordert deshalb: „Heute muss sich jeder Medienkonsument Fragen stellen, die bislang in der Regel nur Wissenschaftler und Journalisten beschäftigten: Wer spricht da und mit welcher Motivation, mit welchen Belegen? Gibt es eine zweite, unabhängige Quelle?“[2]  Diese medienkritische Auseinandersetzung ist die zentrale pädagogische Aufgabe unserer Zeit.

diskussion

Das muss die Schule vermitteln. Wer könnte es sonst?

[1] http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/digitalisierung-3-dinge-die-schueler-lernen-muessen-kolumne-a-1123115.html

[2] ebda

Getting closer: Mont-Sainte Odile

Der Mont-Sainte Odile, auf deutsch Odilienberg, wird der heilige Berg des Elsaß genannt.

Auf einem zur Rheinebene hin steil abfallenden Buntsandstein-Felsen befindet sich das Kloster der heiligen Odilia, der Schutzpatronin des Elsaß. Gegründet wurde das Kloster in der Merowingerzeit um das Jahr 700. Die Blütezeit des Klosters war im 12. Jahrhundert. Die damalige Äbtissin Herrad von Landsberg (1167-1195) schrieb das Buch „Hortus Deliciarum“, welches das Wissen der damaligen Zeit beinhaltete. Das Original verbrannte 1870 bei einer Belagerung Strasbourgs. Nach mehreren Plünderungen und Bränden wurde das Kloster Ende des 17. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Die Kreuzkapelle, die Engelskapelle und die Odilienkapelle stammen noch aus dem 11./12. Jahrhundert.

„Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen: Denn das Glück ist immer da.“

Wo ist das Glück, das Goethe hier in seinen „Erinnerungen“ anspricht? Ist es in Namibia, in Island, in Jordanien – oder sonst wo auf dieser Erde? Oft empfindet man es auf jeden Fall an einem weit entfernten Ort. Hier und jetzt ist ja der Ort mit seinem Alltag, der doch mancherlei Sorgen mit sich bringt.

Goethe setzt dem sein bekanntes Wort entgegen: „Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen: Denn das Glück ist immer da.“. Es kommt nicht darauf, weit weg zu fahren, sondern zu lernen, das Glück zu ergreifen im Hier und Jetzt. Es hilft, wenn man sich klar macht, dass Glück oft gar nicht an äußere Umstände gebunden ist, sondern auch eine Frage der inneren Haltung ist.

In diesem Sinn sind diese Bilder aus dem vertrauten Umland zu sehen.

Glück braucht nicht unbedingt die weiten Reisen – auch wenn ich sie nicht missen möchte, denn sie erweitern schon ungemein den Blickwinkel. Aber es ist auch schön zu versuchen, Vertrautes, Gewohntes mit fremden Augen zu sehen – und so wird der heimische Wald eben auch mal zum „Swabian Rainforest“, dem Regenwald, den man sonst eher in fremden Erdteilen verortet.

Miró in Mallorca

Wenn Sie Ihren nächsten Urlaub in Mallorca planen, könnte der Besuch dieses Museums eines der Highlights dort werden. Vielleicht mögen Sie unseren Film über Joan Miro, der in der Fundació Pilar i Joan Miró in Palma de Mallorca aufgenommen wurde.

Diese Institution wurde am 7. März 1981 gegründet, als Joan Miró und seine Frau Pilar Juncosa die Ateliers des Künstlers zusammen mit all seinen künstlerischen Werken, Objekten und Dokumenten der Fundació Pilar i Joan Miró in Mallorca übereigneten.

MusiK:
Dionisio Aguado i Garcia: Selected guitar pieces.
Glissando in e-minor.
Gespielt von Jürgen Knuth

Don Perez Freire
Gespielt von Edson Lopez

Creative Common Licenced (musopen.org)

Aufgenommen mit der Sony NEX 5n und meistens mit dem SEL 1.8/50mm, einige Aufnahmen auch mit dem SEL 1650 Kit-Objektiv.

Schwarz und weiß

Schwarz und Weiß

Wenn wir geboren werden,
sind wir schwarz.
Wenn wir heranwachsen,
sind wir schwarz.
Wenn wir unter der Sonne wandern,
sind wir schwarz.
Wenn wir sterben,
sind wir schwarz.

Wenn Ihr geboren werdet,
seid Ihr rosa.
Wenn Ihr heranwachst,
seid Ihr weiß.
Wenn Ihr unter der Sonne wandert,
seid Ihr rot.
Wenn Ihr krank seid,
seid Ihr grün.
Wenn Ihr sterbt,
seid Ihr blau.

Und Ihr habt die Stirn,
uns farbig zu nennen.

Leider unbekannter Autor. Veröffentlicht im Kalender Unity der Gruppe Young People in Unity to Stop Racism.

Mir sind gerade wieder die lustigen Begegnungen mit Reinhold, Security Officer in Fort Sesfontain/Namibia eingefallen. Wir grüßten uns immer militärisch und bei jedem Gruß, verlieh ich ihm einen höheren Dienstgrad. Als wir weiter fuhren, war er immerhin schon Colonel geworden. Er revanchierte sich mit dem Gesang deutscher Kinderlinder. Viel weiter gingen unsere kommunikativen Möglichkeiten nicht – Reinhold spricht nur Ovambosprache und wir haben leider keinerlei Kenntnisse afrikanischer Sprachen.

„Who wants to determine how something should look like?“

„Suddenly I was no more bound to any subjects, no rules, no guidelines – suddenly I was entirely free while painting. Commonly we are connected to conceivabilities how something should be. Who wants to determine how something should look like?“

A portrait of the artist Antje Korinek-Blessing

More: koblart.de