Römische Skizzen

Rom – zum zweiten Mal versuchen Antje und ich uns dieser Stadt anzunähern. 2012 bei unserem ersten Besuch versanken wir oft in herbstlichen sintflutartigen Regengüssen und verbrachten gefühlt Stunden über Stunden in überfüllten Bussen und in der Metro, weil unser Hotel ziemlich weit außerhalb lag. Nun also ein zweiter Anlauf im Frühherbst.

Für uns gestaltet sich die Annäherung an Rom als gar nicht so ganz einfach, denn wir erleben diese Stadt als Ort, an dem Gegensätze aufeinanderprallen, wie sonst wohl nirgends. Zum einen erleben wir staunend ein Verkehrsgetümmel, das nach ganz eigenen Regeln zu funktionieren scheint. Ich las in einem Reiseführer das Bonmot „In Rom gibt es nur zwei Sorten von Fußgängern – die ganz schnellen und die toten.“ Nun ja, die zweite Sorte erlebten wir nicht, aber es scheint, als ob die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer auf eine irgendwie symbiotische Art miteinander verbunden sind. Trotz schnellem Tempo der Autos, Roller, Busse auf vielspurigen Straßen nehmen alle den anderen wahr und mit viel Hupen und lebhafter Gestik geht dann alles – und als Fußgänger ist man mittendrin und schafft es dann irgendwie doch an sein Ziel zu kommen. Na ja und lohnende Ziele gibt es massenweise. An nahezu jeder Ecke lockt eine Kirche mit einer überbordenden Fülle an Kunstschätzen und die Antike schaut an jeder Ecke zwischen modernen Bauten hervor. Besonders beeindruckt waren wir von den Ruinen der Cäsarenpaläste auf dem Palatin. Faszinierend war auch der Besuch im „Hauptquartier“ der katholischen Kirche. Durch Zufall kamen wir in eine Generalaudienz von Papst Franziskus, in der er über das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten“ sprach. Der Gegensatz zu den mehr als fünftausend Menschen auf dem Petersplatz waren dann die stillen Ecken, die es in dieser Stadt der Gegensätze auch immer wieder gibt.

In meinem Video versuchte ich in einer Art visuellem Skizzenbuch diese Eindrucke festzuhalten und filmisch umzusetzen.

 

Musik von Dag Reinbott, David Kai Korinek,  Neil Williams/Adam Drake und David Edward Holden.

Folgen oder Kontakt: https://wkorinek.wordpress.com/  or https://www.facebook.com/W.F.Korinek

 

Und hier noch einige Fotos aus unserer gemeinsamen Produktion:

Antjes neue Ausstellung

Am Sonntag, den 23.9.2018 war die Vernissage von Antjes neuer Ausstellung in Stuttgart.

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In den Gemeinderäumen der Christengemeinschaft in Stuttgart-Nord wird ein Querschnitt durch ihr künstlerisches Schaffen von 2000 – heute gezeigt. Die Ausstellung ist bis zum 13. Januar 2019 geöffnet.

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Hier eine kleine Bildernachlese und ein kurzer Bericht von der Vernissage von Antjes Ausstellung in den Räumen der Christengemeinschaft Stuttgart-Nord.

Nach einer Einführung durch Dr. Armin Buchthal führten Prof. Helmuth Kern, Neckartenzlingen, und Antje Korinek-Blessing die Anwesenden in einer „Reise zur Kunst“ in die Werke ein. Thema dieser szenischen Darstellung waren die unterschiedlichen Wege, sich Bildern durch unsere Sinne zu nähern.

Szene 1 Bilder an der Wand SEHEN

Zwei Reisende öffnen die Tür. Der eine Reisende trägt einen kleinen, braunen, sehr alten Koffer, er scheint nicht sehr schwer zu sein. Die andere Reisende ist in Hut und Mantel gekleidet und trägt einen „Handgepäckrucksack“.  Sie schauen sich suchend um Saal um,  sehen Bilder an den Wänden und auf den Staffeleien. Sie gehen langsam, etwas unentschlossen, und dann immer entschlossener auf ein Bild zu, das ihre Blicke gefangen nimmt.  Sie gehen immer näher heran, man sieht, dass sie etwas entdeckt haben, was sie interessiert, sie nehmen verschiedene Positionen ein, sie bleiben vor dem Bild stehen, ganz ruhig, und sehen dem Bild in die Augen.

Kann man Kunst sehen? Na klar. Aber man kann sie auf unterschiedliche Weise betrachten.

Bilder auf der Staffelei HÖREN
Langsam lösen die Reisenden sich vom Bann des Bildes und gehen weiter zu zwei Staffeleien, denn dort scheinen sie etwas gehört zu haben, sie wissen nicht recht was, sie wenden sich mit dem einen, mit dem anderen Ohr dem Bild zu. Sie scheinen tatsächlich etwas zu hören und sind erstaunt, denn da ist ein Murmeln zu hören, das wird lauter, verständlicher und wieder leiser.

Fremdartiger war dann schon der Impuls, ob man Bilder auch hören kann.

Bilder auf der Staffelei MIT DEM BILD REDEN
Sie nicken leicht, sie scheinen wirklich etwas verstanden zu haben,  bleiben dort stehen  (da sind keine weiteren Bilder, also bleiben wir vor der Staffelei stehen )und murmeln nun gleichzeitig, doch so, dass wenn der eine leise murmelt, der andere lauter wird und umgekehrt, die Lautstärke nimmt zu, einzelne Worte können verstanden werden, dann fast ganze Sätze. Zwei Monologe, bei denen es am Ende scheint, dass es fast Dialoge werden könnten, doch da sind die Stimmen schon wieder leiser geworden, dann Stille.

Mit einem vorgetragenen Gedicht von Juan Ramon Jiménez wurde deutlich, dass ein Wechselverhältnis zwischen Sprache und Bildsprache besteht und gestisch wurde die Frage nach der Hörbarkeit von Kunst bejaht.

Szene 4: ERHELLENDES GESPRÄCH Aus der Reisenden ist die Malerin geworden, die Künstlerin, die nun neben Ihrer Staffelei steht. Der Reisende dreht sich um, er sieht die Künstlerin stehen, geht auf sie zu, denn er denkt sich, dass sie ihm etwas sagen kann über die Bilder hier sagen kann. Die beiden stehen so, dass das Bild in der Mitte steht
und sie leicht schräg einander zugewandt, doch so, dass das Publikum Bild und Künstlerin und Reisenden gut sehen können. Der Reisende öffnet seine kleinen Koffer und holt ein Notizbuch hervor. Er scheint sich dort einiges notiert zu haben.

Aus den Monologen wurde nun ein Gespräch vor dem Bild auf der Staffelei. In einem Künstlergespräch zwischen Prof. Helmuth Kern und der Malerin berichtet Antje Korinek-Blessing über ihre Art zu malen, ihren künstlerischen Werdegang und ihr Gespräch mit ihren Bildern.
Am Ende der Ausführungen sieht H. K. zufällig einen Text auf der Staffelei.

H: Auf der Rückseite Ihrer Staffelei habe ich gerade einen interessanten Satz entdeckt, dort steht:
H liest ganz langsam, fast fragend: „Es gibt Maler, die die Sonne in einen gelben Fleck verwandeln. Es gibt andere, die dank ihrer  Kunst und Intelligenz einen gelben Fleck in die Sonne verwandeln“ (Pablo Picasso)

Antje Korinek-Blessing berichtet, warum steht der Satz dort steht?

A: Jetzt habe ich aber auch eine Frage an Sie. Ich habe Sie die ganze Zeit über beobachtet. Ihr Verhalten fand ich durchaus sonderbar, wie kann man nur so Bilder anschauen?

H: ist verwundert über diese Frage und denkt nach – wie soll er bloß, das was so einfach ist, erklären.

H. K. erläuterte: „Ja, wie soll ich das ihnen so schnell erklären. So schaue ich Bilder halt immer an, wenn ich auf einer Reise zur Kunst bin. Für mich ist das selbstverständlich:
Ein Bild ist ein Gegenüber, ein Bild spricht, ein Bild spricht  alle meine Sinne an, es wendet sich an meine Wahrnehmung, ich muss es mit offenen Augen, mit  unverstelltem Blick sehen. Muss sehen, was da alles an Farben und Formen mir gegenüber ist, eckige, runde, verschwommene, deutlich konturierte. Und da ist es für mich wichtig genau hinzusehen, denn da gibt es Bewegung oder Ruhe, Aktivität oder Passivität. Und dann spricht das Bild zu mir, da gibt es laute und ganz leise Stellen, dunkle, dumpfe, schalltote Stellen, da muss ich dann schon ganz genau hinhören, die schrillen, die höre ich schnell, doch die leisen sind oft die interessanteren. Deswegen rede ich auch gerne mit den Bildern, sage ihnen was ich sehe, was das für mich bedeuten kann. Ich weiß andere sehen das anders, ja müssen das anders sehen, weil jeder das sieht, was er sehen kann und will, das ist ja gut so. Doch dann beschleicht mich immer ein Gefühl des Unbehagens. Denn es fehlt etwas. Alles sehe ich nur aus meinem Blickwinkel, meiner Perspektive, und da bin ich froh, wenn ich den treffe, der die Bilder gemacht hat, denn der spricht durch seine Bilder. Bilder sprechen eben weil die Künstler sprechen. Dann kenne ich auch den anderen Blick, der bereichert meinen und dann zeigen Bilder das, was in ihnen steckt, sie sind eine Aufforderung sich aufzumachen ins Unbekannte, neue Erfahrungen zu machen, die anregen, die Mut machen, die frei machen.“

Alle ausgestellten Bilder können auch gekauft werden.

Die Linie ist die Spur des sich bewegenden Punktes

Liebe Freunde und Bekannte,
im Rahmen der Ausstellung „Kompositionen“, die seit dem 9. Juli und noch bis zum 11. Oktober in der Galerie im Rathaus Neckartenzlingen läuft, fand am 29. September 2017 ein Künstlergespräch zwischen Prof. Helmuth Kern und Antje Korinek-Blessing statt.
Für alle, die nicht dabei sein konnten, aber sich trotzdem für die Inhalte interessieren, entstand der Film über diese Veranstaltung.
Wir freuen uns über Kommentare und Rückmeldungen, sei es persönlich, telefonisch oder als Kommentar.
Herzliche Grüße
Antje Korinek-Blessing & Walter Korinek

 

Warnung: Dieser Film widerspricht in hohem Maße heutigen Sehgewohnheiten.

Erstens – er ist lang! Menschen mit Aufmerksamkeitspannen, die an YouTube-Clips von maximal drei Minuten gewohnt sind, werden von der Länge der Dokumentation heillos überfordert.

Zweitens – er verzichtet auf oberflächliche Spannungselemente und effektvolle visuelle Darstellungsformen.

Drittens – er ist nicht unterhaltsam, spaßig oder ablenkend, sondern verlangt vom Betrachter die Bereitschaft, sich auf ein Thema und gedankliche Entwicklungen konzentriert einzulassen.

Wer allerdings bereit ist, diese Hürden anzugehen, der kann einem spannenden Gespräch über Kunst beiwohnen. Die beiden Protagonisten Antje Korinek-Blessing, freie Künstlerin, und Prof. Helmuth Kern, bedienen sich eines nahezu in Vergessenheit geratenen Mittels der Bildinterpretation, dem Künstlergespräch. Ausgehend von zwei vermeintlich gegensätzlichen Positionen – der gegenständlichen Malerei versus einer in hohem Maß abstrahierten Kunst – entwickeln die beiden Experten Gestaltungsprinzipien künstlerischen Arbeitens. Anhand eines Bildes werden diese Grundsätze zur Interpretation herangezogen. So kann sich auch jemand, der sich noch nicht ausgiebig mit moderner, nichtgegenständlicher Kunst beschäftigt hat, beispielhaft den Gehalt eines solchen Bildes erschließen. Dass dies keine leeren Versprechungen sind, zeigen im letzten Teil des Films, die Reaktionen des Publikums, die beim Gespräch in der Galerie im Rathaus Neckartenzlingen anwesend waren.

Hier einige Szenenfotos:

Die Säulen der Welt – CHARTRES

Die erste Station unserer Reise ist Chartres. Genauer gesagt: Die Kathedrale von Chartres. Etwa 75 km südwestlich von Paris nahe dem geographischen Mittelpunkt Frankreichs gelegen. Eigentlich ein Ort wie es in Frankreich viele gibt – ein Zentrum, einige Restaurants, die obligatorischen Salons de Thé und viele Läden.

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Aber Chartres hat etwas Besonderes: Die erste gotische Kirche überhaupt, sozusagen das Original. OLYMPUS DIGITAL CAMERAEin Modell für alle anderen gotischen Kirchen dieser Welt. Diese Vorstellung finde ich schon ungeheuer beeindruckend. Vorher gab es das nicht: Säulen, die in den Himmel streben, Wände, die mit Glasfenstern durchlässig gemacht sind und Licht in den Bau lassen. In einem Reiseführer lese ich: „Die Erbauer der Kathedrale haben nicht nur mit Erfahrung, handwerklicher Meisterschaft, Berechnung gearbeitet. Ausschlaggebend war der Drang, die Seele des Menschen aufzurichten und ihn von der Erdenschwere zu befreien. In der mittelalterlichen Vorstellungswelt symbolisierte die Kathedrale die himmlische Gottesstadt. Ein himmlisches Jerusalem, das das Kirchenvolk in seine schützenden Mauern aufnimmt.“

Deshalb ist diese Stadt Anziehungspunkt für Zehntausende. Kunstinteressierte aus der ganzen Welt reisen während des ganzen Jahres nach Chartres. Was zieht sie hier her? Es ist die Kathedrale, die auf dem höchsten Punkt der Stadt erbaut weit in die Landschaft der Beauce hinaus schaut. August Rodin, der Bildhauer, und einer ihrer begeistertsten Bewunderer schrieb über die Kirche: „Die Kathedrale ist die Synthese des Landes, Felsen, Wälder, Gärten, die Sonne des Nordens, dies alles ist in ihrem gigantischen Körper enthalten.“

Für viele Menschen ist die Begegnung mit dieser Kathedrale eines der ganz großen künstlerischen und spirituellen Erlebnisse. „Palast der Jungfrau“ wurde sie im Mittelalter genannt, Rodin nannte sie die „Akropolis Frankreichs“ und Rainer Maria Rilke drückte es ganz lapidar aus: „Chartres war groß“.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Was ist das Besondere an dieser Kirche?

Es gibt unzählige gotische Kathedralen. Chartres ist das Original. Dieser Kirchenbau begründete am Ende des 12. Jahrhunderts die neue Formenwelt der Gotik. Will man begreifen, was hier entstand, muss man sich zunächst eine Welt denken, in der es keine derartigen, in den Himmel strebenden Kirchen gab. Ein geistiger Zeugungsvorgang, deOLYMPUS DIGITAL CAMERAr eine ganze Epoche inspirieren sollte, fand hier an diesem Ort statt. Besucht man die Kathedrale von Chartres kann man einen Prozess von weltgeschichtlicher Bedeutung nachempfinden: Zum ersten Mal in der Entwicklung des Menschen tritt in diesem Bau die Aufrichtekraft des menschlichen Ichs, ein neues Selbstbewusstsein, hervor. Geistig als Schule von Chartres bekannt, werden die Kernaussagen dieser Theologen in der Kathedrale als architektonische Gestaltungselemente sichtbar.

Gemeinsam ist dieser Kirche mit mancher anderen, dass sie an der Stelle eines vorchristlichen Heiligtums errichtet wurde. Das Besondere aber ist, dass in diesem christlichen Heiligtum die alte Tradition aufgegriffen wurde und diese Tradition bewahrt und fortgeführt wurde. Damit reichen die Wurzeln dieser Kirche in eine mehr als zweitausendjährige Vergangenheit der keltischen Kultur zurück. Das Geheimnis der Jungfrauengeburt wird hier als geistiger Vorgang gepflegt. Im Tempelbezirk von Carnutum – so wurde Chartres bei den Römern genannt – muss ähnlich wie in der irischen Kirche eine Vereinigung uralter Mysterienweisheit mit christlichen Impulsen stattgefunden haben.

Im Innern der Kathedrale erlebt man noch den ursprünglichen Eindruck einer gotischen Kirche. Gleichzeitig zeigt sich Chartres als die harmonischste, ausgeglichenste, klassischste aller Kathedralen – so Michael Ladwein in seinem hervorragenden Führer durch dieses Gotteshaus. Über die ganze Breite des Hauptschiffs ist im Mittelteil ein aus schwarzen und weißen Steinplatten gebautes Labyrinth eingelassen. Leider ist durch die heutige Bestuhlung in der Regel davon nicht viel zu sehen.

Die Seele der gotischen Kirche sind die Glasfenster. „Wer eine gotische Kirche mit alten Glasfenstern betritt, hinter dem versinkt, was auf Erden Gültigkeit hat. Er ist in ein Reich versetzt, das nicht von dieser Welt ist.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Licht, das aus den Feuerkelchen des Glases tropft, ist kein irdisches, ist ein verklärtes Licht.“ So drückt die Dichterin Ricarda Huch aus, was man im Innern der Kathedrale von Chartres erleben kann. Dieser Bau verfügt über einen fast geschlossenen Bestand an originalen Glasfenstern. Von 186 Fenstern sind 145 noch im Originalzustand aus dem Mittelalter.

Ungeheuer spannend ist die Krypta. Man muss sich das vorstellen: Unter dem heutigen Kirchenschiff liegt eine Unterkirche mit den gleichen Dimensionen. Lange Gänge unter den Seitenschiffen fassen Hunderte von Gläubigen. Und dann die Statue der Jungfrau, die sogenannte Schwarze Madonna. Ihr ist die ganze Kirche gewidmet. Mehr und mehr wird mir das Geheimnis der Jungfrauengeburt eingängig. Es geht ja dabei nicht um biologische Vorgänge. Es geht dabei um die geistige Geburt des Menschen. Darum, dass der Mensch nicht nur als körperliches Wesen existiert, sondern als geistiges Wesen aus göttlichem Ursprung geboren wird. Deshalb die mythologische Figur der Jungfrau und der Engel, der Maria erscheint. Ein irdischer Mann ist zwar der biologische Vater, der Engel – himmlische Wesen – sind die Erzeuger der geistigen Natur der Menschen. Übrigens erfahre ich in Büchern über Chartres, dass diese Idee schon in der Religion der Kelten hier in Vorgängerbauten der Kathedrale praktiziert wurde. Die sogenannte Schule von Chartres greift damit auf uralte vorchristliche Gedanken zurück und integriert sie
in ihr Gedankengut.

Ebenso beeindruckend wie den Kirchenbau an sich sind die Skulpturen in den Portalen an der Außenwand. Lange, schlanke Gestalten mit fein OLYMPUS DIGITAL CAMERAgearbeiteten, ganz individuellen Gesichtern. Und jede dieser Figuren erzählt eine Geschichte aus der Bibel. Antje versucht, mit Hilfe ihrer mitgebrachten Bücher dem mythologischen Gehalt mancher dieser Gestalten nahe zu kommen. Ich glaube, man kann Wochen, Monate, Jahre hier verbringen und immer noch Neues entdecken.

Selbst ein nüchterner Kunsthistoriker wie Peter Meyer findet dafür nur poetische Worte: „Schwerelos und körperlos schweben die Figuren am Westportal vor den Gewändesäulen, unnahbar, leise, brennend wie Kerzen.“ Fast alle zeigen die luxuriöse höfische Mode des 12.
Jahrhunderts mit ihren kostbaren, in Längsfalten gelegten Seidengewändern. Bei den majestätischen Frauengestalten kommt einem unwillkürlich die „Dame“ der Minnesänger  in den Sinn, die ja eine Verkörperung eines höheren Ichs des Menschen darstellt. Am Südportal beeindruckt der segnende Christus mit einem Buch als Lehrer. Es ist der auferstandene Christus, der seinen Jüngern den Missionsauftrag erteilt.

Was ist es also, was Jahr für Jahr unzählige Menschen in die Kathedrale von Chartres zieht? Notre-Dame de Chartres war die erste Kathedrale der Hochgotik. Ein herrliches Monument der künstlerischen Einheit von Architektur, Bildhauerei und Glagsmalkunst. In Chartres eröffnet sich eine  geistige Dimension des Mittelalters, die wir bei historischen Darstellungen so oft vermissen. Die Erbauer der Kathedrale haben nicht nur mit Erfahrung, handwerklicher Meisterschaft, Berechnung gearbeitet. Ausschlaggebend war der Drang, die Seele des Menschen aufzurichten und ihn von der Erdenschwere zu befreien. In der mittelalterlichen Vorstellungswelt symbolisierte die Kathedrale die himmlische Gottesstadt. Ein himmlisches Jerusalem, das das Kirchenvolk in seine schützenden Mauern aufnimmt.

Fotos: Antje Korinek-Blessing & Walter Korinek

 

Die Säulen der Welt

Drei Kathedralen, zwei Klöster, vier Kirchen im Herzen Frankreichs.

Eine Reise zu kunsthistorischen Sakralbauten: Chartres, Saint Benoit sur Loire/Abbaye de Fleury, Germigny-des-Prés, St-Étienne de Nevers, St-Cyr-Ste-Julitte/Nevers, Bourges, St-Jacques/Neuvy-Saint-Sépulchre, Abbaye de Noirlac.

Einige Szenenfotos:

 

Eventfilme

Ein Film schafft emotionale Momente, transportiert Stimmungen, vermittelt Informationen und begeistert.

Bewegte Bilder erzählen eine Geschichte. Solche Erlebnisse bleiben im Gedächtnis.

Als “Ein-Mann-Unternehmen” produziere ich auf Wunsch auch Hochzeitsvideos oder Eventfilme.

Mein Ansatz

Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Ich folge immer dem KISS-Prinzip : Keep It Simple and Stupid . Oft ohne Stativ, nur eine Kamera – bevorzugt meine Canon XF 100, die Panasonic HC-X 909 oder eine Sony NEX 7 mit dem 1.8 / 50mm Objektiv. Weniger Technik macht mein Aufnahme flexibel und schnell.

Auch bei Hochzeitsfilmen oder Eventvideos bevorzuge ich einen dokumentarischen Ansatz.  Ich versuche immer, die Perspektive der Gäste zu erfassen. Die Kamerabewegungen spiegeln, was passiert.

Kontakt: wfkorinek@gmail.com

Miró in Mallorca

Wenn Sie Ihren nächsten Urlaub in Mallorca planen, könnte der Besuch dieses Museums eines der Highlights dort werden. Vielleicht mögen Sie unseren Film über Joan Miro, der in der Fundació Pilar i Joan Miró in Palma de Mallorca aufgenommen wurde.

Diese Institution wurde am 7. März 1981 gegründet, als Joan Miró und seine Frau Pilar Juncosa die Ateliers des Künstlers zusammen mit all seinen künstlerischen Werken, Objekten und Dokumenten der Fundació Pilar i Joan Miró in Mallorca übereigneten.

MusiK:
Dionisio Aguado i Garcia: Selected guitar pieces.
Glissando in e-minor.
Gespielt von Jürgen Knuth

Don Perez Freire
Gespielt von Edson Lopez

Creative Common Licenced (musopen.org)

Aufgenommen mit der Sony NEX 5n und meistens mit dem SEL 1.8/50mm, einige Aufnahmen auch mit dem SEL 1650 Kit-Objektiv.

„Who wants to determine how something should look like?“

„Suddenly I was no more bound to any subjects, no rules, no guidelines – suddenly I was entirely free while painting. Commonly we are connected to conceivabilities how something should be. Who wants to determine how something should look like?“

A portrait of the artist Antje Korinek-Blessing

More: koblart.de

Ägypten – auf den Spuren der Pharaonen

Warum gibt es Mumien von Krokodilen? Was waren die Vorgänger der Pyramiden von Giseh? Wo wohnte Agatha Christie in Ägypten? – Diese Fragen und noch mehr beantwortet unser Bericht über eine Reise nach Ägypten.

Gleichzeitig mit den Kulturdenkmälern zeigte sich uns die Problematik des Nahen Ostens in Zeiten von Terroranschlägen. Das Auswärtige Amt meldete in seinen Reisewarnungen, dass auf dem Sinai mit Anschlägen gerechnet werden muss, für Kairo und den Lauf des Nils galt keine besondere Gefahrenlage. Wir hatten eine klassische Studienreise gebucht. Am Flughafen in Kairo schauten wir nach unserer Reisegruppe. Es stellte sich heraus, dass Antje und ich die einzigen Teilnehmer waren. Alle anderen hatten aus Sorge vor Anschlägen umgebucht oder die Reise storniert.

So kamen wir in den Genuss einer geradezu luxuriösen Betreueung: Wir und ein, manchmal auch zwei Reiseführer plus Fahrer. Unter diesen Bedingungen entstanden 21 Minuten Eindrücke von einigen der weltweit bedeutendsten Kulturdenkmälern: Die Pyramiden von Giseh und Sakkara, die Altstadt von Kairo, Oberägypten mit seinen Tempeln wie Philae, Kom Ombo, Edfu, Luxor mit seinem Markt und dem bekannten Tempeln von Karnak, die Nilkatarakte, ein nubisches Dorf und manches mehr.

21 minutes with impressions of some the worldwide most important heritages of the civilication in Egypt: the pyramids of Gizeh and Sakkara, the oldtown of Cairo, Templums of 25 Minuten Philae, Kom Ombo, Edfu, Karnak, Luxor with it’s market , the cataracts of the River Nile, a nubian village and more. Sorry to my international friends: preliminarily the video is only in German language. But in the medium run I will add English subtitles.

Zwischen Eis und heißen Quellen: Im Gespräch mit Leonard Wienholt im Magix-Magazin

 

Kann man einen vielfältigen Künstler überhaupt zuordnen? Das ist die erste Frage die sich einem stellt, wenn man die Arbeit von Dr. Walter Korinek sieht. OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Erziehungswissenschaftler ist nicht nur Lehrer, Schulleiter und angehender journalist, sondern auch leidenschaftlicher Filmemacher. In seinen Videos berichtet er von einigen Reisen quer über den Globus und beeindruckt mit bildgewaltigen Aufnahmen. So zeigt er z.B. die heißen Quellen Islands, oder berichtet von seiner Reise ins Königreich Jordanien. In einem Gespräch haben wir mehr über Walter erfahren:

 

Wie sind Sie dazu gekommen, Videos zu drehen?
Neben meiner beruflichen Ausbildung und Tätigkeit als Lehrer, Schulleiter und Erziehungswissenschaftler faszinierte mich seit meinem 16. Lebensjahr die Fotografie.
2010 entdeckte ich für mich die Welt der bewegten Bilder und begann Videos zu filmen und zu schneiden.

In Ihren Reportagen, als auch Reisevideos fällt der Schwerpunkt Historik direkt ins Auge. Woher haben Sie dieses lebhafte Interesse an Geschichte?
Nun, das hängt sicher mit meinem Beruf als Lehrer und Schulleiter zusammen. Ursprünglich habe ich tatsächlich Geschichte studiert und mich intensiv mit dem Mittelalter und der Neueren Geschichte des 20. Jahrhunderts befasst. In all diesen Bereichen geht es mehr oder weniger um Geschichten über Menschen.

Wie gehen Sie bei der Videobearbeitung vor und was würden Sie Anfängern empfehlen?
Grundsätzlich heißt es auch bei der Videographie wie wohl überall: Mit einfachen Dingen beginnen und sich langsam und stetig verbessern. “Still learning every day!” Wichtig ist es, sich nicht gleich in Spielereien zu verheddern, sondern erst einmal einen stimmigen Handlungsablauf, eine Geschichte, schnitttechnisch zu schaffen.

Wie sieht es mit zukünftigen Projekten bei Ihnen aus?
Im Frühjahr plane ich unter dem Arbeitstitel “Vom Turnschuh zum Kampfstiefel” eine journalistische Arbeit. Dabei möchte ich dokumentieren, wie sich die ersten 72 Stunden im Leben eines jungen Menschen darstellen, der sich als Offiziersanwärter zur Bundeswehr gemeldet hat.

Seid ihr bereit selbst loszulegen? Dann schaut doch zunächst auf Walters Webseite vorbei!

AUTOR

Leonard ist leidenschaftlicher Musiker, Poetry Slammer sowie Schauspieler.Das ursprüngliche Nordlicht ist seit 2014 eine Teilmenge des Socialmediateams. Er engagiert sich gerne sozial und veranstaltet regelmäßig Improvisationsschauspiel-Workshops für Jugendliche.Desweiteren ist er Serienjunkie und pokert gerne.
Quelle: http://magazine.magix.com/de/zwischen-eis-und-heissen-quellen-dr-walter-korinek-im-gespraech/