„Wir kommen als Freunde“


Was lange währt, wird endlich … . Na, ja – ob der Film „gut“ geworden ist, möchte ich dem Urteil von Ihnen/Euch überlassen. Auf jeden Fall ist er nun nach über acht Monaten fertig. „Wir kommen als Freunde“ ist der Titel meiner Dokumentation über deutsche Einsatzkräfte von KFOR und EULEX im Kosovo. 

Zum Inhalt des Films:

Der Kosovo – seit dem Mittelalter ist dieser Landstrich immer wieder Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen und Kriege. Serben und Albaner kämpften um die Vorherrschaft, am 15. Juni 1389 fand hier unweit von Pristina die Schlacht auf dem Amselfeld statt. Die vereinigten Heere der christlichen Herrscher von Serbien und Bosnien standen dem osmanischen Heer unter Sultan Murad I. gegenüber. Die Schlacht endete ohne eindeutigen Sieger. Aber die Anführer beider Heere fielen im Kampf und bald wurden die realen Ereignisse Stoff für eine Legendenbildung, die bis heute in den Auseinandersetzungen auf dem Balkan eine Rolle spielen.

Zuletzt war der Kosovo Schauplatz eines der blutigsten Kapitel der Balkankriege in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts. 1998 eskalierten die Auseinandersetzungen zwischen Serben und Albanern zu einem kriegerischen Konflikt.  Hunderttausende Einwohner des Kosovo waren auf der Flucht. Es wurden etwa 650 Ortschaften beschädigt oder zerstört, darunter historisch wertvolle Bausubstanz. Nach umfangreichen Recherchen des Humanitarian Law Centers – einer Nicht-Regierungsorganisation – kamen in den beiden Jahren 1998 und 1999 13.526 Albaner, Serben und andere ums Leben oder sind vermisst. Beendet wurde der Krieg durch eine Intervention der NATO unter Beteiligung der deutschen Bundeswehr, in der Serbien vor allem mit Luftangriffen zum Rückzug gezwungen werden sollte. Politisch war dieser Einsatz damals heftig umstritten, da er ohne formelles UNO-Mandat durchgeführt wurde. Die Gegner des Einsatzes warfen dem Bündnis einen Bruch des Völkerrechts vor, während die Befürworter, allen voran der damalige deutsche Außenminister Fischer auf die humanitäre Bedeutung der Intervention hinwiesen.

Nach der Beendigung der Kampfhandlungen wurde die Kosovo-Truppe, kurz KFOR (englisch Kosovo Force) als multinationale militärische Formation unter der Leitung der NATO in den Kosovo entsandt. Ihr obliegt es, gemäß der vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 10. Juni 1999 beschlossenen Resolution 1244 für ein sicheres Umfeld für die Rückkehr von Flüchtlingen zu sorgen. Sie bestand ursprünglich aus Kontingenten von über 40 Staaten und wies eine Truppenstärke von mehr als 50.000 Soldaten auf. Auch die Bundeswehr war von Anfang an mit verschiedenen starken Kontingenten an dieser Aktion beteiligt.

Ich hatte Gelegenheit, im Oktober 2015 das 42. Deutsche KFOR-Kontingent zu besuchen und mir einen Eindruck von der heutigen Wirkung dieses Einsatzes der Bundeswehr zu verschaffen. Davon handelt diese Dokumentation.

Die Woche im Kosovo hat mir deutlich vor Augen geführt, wie hilfreich dieser Auslandseinsatz der Bundeswehr und der anderen Hilfskräfte ist, um diesem Land und seinen Bewohnern die Chance zu geben, in Sicherheit die wirtschaftliche und soziale Befriedung und Entwicklung voran zu treiben.

Hier ein Link zu einem Printartikel über eine Übung der Einsatzkräfte

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„Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen: Denn das Glück ist immer da.“


Wo ist das Glück, das Goethe hier in seinen „Erinnerungen“ anspricht? Ist es in Namibia, in Island, in Jordanien – oder sonst wo auf dieser Erde? Oft empfindet man es auf jeden Fall an einem weit entfernten Ort. Hier und jetzt ist ja der Ort mit seinem Alltag, der doch mancherlei Sorgen mit sich bringt.

Goethe setzt dem sein bekanntes Wort entgegen: „Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen: Denn das Glück ist immer da.“. Es kommt nicht darauf, weit weg zu fahren, sondern zu lernen, das Glück zu ergreifen im Hier und Jetzt. Es hilft, wenn man sich klar macht, dass Glück oft gar nicht an äußere Umstände gebunden ist, sondern auch eine Frage der inneren Haltung ist.

In diesem Sinn sind diese Bilder aus dem vertrauten Umland zu sehen.

Glück braucht nicht unbedingt die weiten Reisen – auch wenn ich sie nicht missen möchte, denn sie erweitern schon ungemein den Blickwinkel. Aber es ist auch schön zu versuchen, Vertrautes, Gewohntes mit fremden Augen zu sehen – und so wird der heimische Wald eben auch mal zum „Swabian Rainforest“, dem Regenwald, den man sonst eher in fremden Erdteilen verortet.

Der schwäbische Regenwald


Habt ihr auch immer gedacht, der Regenwald sei irgendwo in Südamerika, Afrika oder Asien? Schaut euch dieses Video an und ihr werdet die Wahrheit wissen: Der wirkliche Regenwald liegt im Schwabenland bei Bad Urach.

LOCATION: Schwäbische Alb near Bad Urach, June 2016
by Walter Korinek (Video & Editing) & Antje Korinek-Blessing (Photos)
°°°°°
MUSIC: Joachim Lehberger
PRODUCTION INFO
Camera: Panasonic HC-X 909
Tripod: Cullmann Pronto
POST-PRODUCTION INFO
Software: Edius 8.2

Und ergänzend zum Film hier noch ein paar Fotos von Antje Korinek-Blessing:

Demnächst ist auch dieser Film bei „Destinations“ – dem Reisemagazin aus Neuseeland zu sehen.

Miró in Mallorca


Wenn Sie Ihren nächsten Urlaub in Mallorca planen, könnte der Besuch dieses Museums eines der Highlights dort werden. Vielleicht mögen Sie unseren Film über Joan Miro, der in der Fundació Pilar i Joan Miró in Palma de Mallorca aufgenommen wurde.

Diese Institution wurde am 7. März 1981 gegründet, als Joan Miró und seine Frau Pilar Juncosa die Ateliers des Künstlers zusammen mit all seinen künstlerischen Werken, Objekten und Dokumenten der Fundació Pilar i Joan Miró in Mallorca übereigneten.

MusiK:
Dionisio Aguado i Garcia: Selected guitar pieces.
Glissando in e-minor.
Gespielt von Jürgen Knuth

Don Perez Freire
Gespielt von Edson Lopez

Creative Common Licenced (musopen.org)

Aufgenommen mit der Sony NEX 5n und meistens mit dem SEL 1.8/50mm, einige Aufnahmen auch mit dem SEL 1650 Kit-Objektiv.

Ägypten


Warum gibt es Mumien von Krokodilen? Was waren die Vorgänger der Pyramiden von Giseh? Wo wohnte Agatha Christie in Ägypten? – Diese Fragen und noch mehr beantwortet unser neuester Bericht über eine Reise im Februar 2015 nach Ägypten.

Gleichzeitig mit den Kulturdenkmälern zeigte sich uns die Problematik des Nahen Ostens. Wir hatten eine klassische Studienreise gebucht. Am Flughafen in Kairo schauten wir nach unserer Reisegruppe. Es stellte sich heraus, dass Antje und ich die einzigen Teilnehmer waren. Alle anderen hatten aus Sorge vor Anschlägen umgebucht oder die Reise storniert.

So kamen wir in den Genuss einer geradezu luxuriösen Betreueung: Wir und ein, manchmal auch zwei Reiseführer plus Fahrer. Unter diesen Bedingungen entstanden 21 Minuten Eindrücke von einigen der weltweit bedeutendsten Kulturdenkmälern: Die Pyramiden von Giseh und Sakkara, die Altstadt von Kairo, Oberägypten mit seinen Tempeln wie Philae, Kom Ombo, Edfu, Luxor mit seinem Markt und dem bekannten Tempeln von Karnak, die Nilkatarakte, ein nubisches Dorf und manches mehr.

21 minutes with impressions of some the worldwide most important heritages of the civilication in Egypt: the pyramids of Gizeh and Sakkara, the oldtown of Cairo, Templums of 25 Minuten Philae, Kom Ombo, Edfu, Karnak, Luxor with it’s market , the cataracts of the River Nile, a nubian village and more. Sorry to my international friends: preliminarily the video is only in German language. But in the medium run I will add English subtitles.

„Freiwillig dienen“ – eine Doku


Ein Blick hinter die Kulissen der Bundeswehr:

Eine Reportage. Kein Werbeprojekt mit Millionenbudget, sondern eine unabhängige Doku. Es ist ein Film über drei junge Menschen, die sich freiwillig für den Dienst in der Bundeswehr entschieden haben. Was bewegt diese Frauen und Männer, den Drill und die Entbehrungen im Leben als Soldat auf sich zu nehmen? Mein Bericht versucht, darauf Antworten zu finden.

Der  Film wurde am 27.6.2015/28.6.2015 vom Sender DRF1 – Deutsches Regional Fernsehen gesendet.

Herzlichen Dank an die Mitwirkenden und an das Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe, das den Film genehmigt hat.

Zum Film: Der Titel der Reportage : „Freiwillig dienen. Vom Turnschuh zum Kampfstiefel“. Erstsendung: 27.6.2015.

Für Rebecca M., Konstantin M. und Christian H. ist der 1.4.2015 ein ganz besonderer Tag. Sie haben sich nach langer Auseinandersetzung mit der Thematik des Dienstes mit der Waffe entschlossen, in die Bundeswehr einzutreten. Damit beginnt nicht nur wie bei anderen Berufsanfängern in zivilen Berufen eine Ausbildung, sondern sie begeben sich in eine andere Welt. Der Alltag in einer militärischen Organisation ist in weiten Bereichen von Regeln und Ordnungen bestimmt, die sich sehr von denen im bisherigen Zivilleben unterscheiden: Disziplin, der Begriff des „Dienstes“ für Ideen und Werte, das Zusammenleben mit fremden Menschen, die man „Kameraden“ nennt, auf engem Raum, die Unterordnung in eine durch Befehl und Gehorsam geprägte Hierarchie.

Enige Szenenfotos: 01 02 03 04 05 06 07
Der Film zeigt einen Blick hinter die Kulissen militärischen Lebens in der Grundausbildung junger freiwillig dienender Rekruten.  Absicht der Reportage ist es, über den Kontrast zwischen “Zivil” und “in Uniform” einen roten Faden herzustellen. Tobias Brenner, Medienwissenschaftler, meint: „Hier liegt im Übrigen für MICH das Faszinierende: Wie oben schon erwähnt, gibt es zwar Szenen, in denen Disziplin herrscht, die Rekruten still stehen und anfangen zu marschieren. Aber es ist schon bemerkenswert, dass für mich alles insgesamt sehr familiär, menschlich, alltäglich (einschließlich des Unterrichts) und für die Rekruten TROTZDEM (oder gerade deswegen?) sinnstiftend und Halt gebend wirkt. Der Blick hinter die Kulissen wirkt auf mich wirklich interessant und aufschlussreich: Die Beteiligten wirken trotz der Disziplin wie Menschen mit Ecken und Kanten und eben nicht wie gleichgeschaltete Roboter (außer eben in den “Stillgestanden”-Szenen, was aber in der Natur der Sache liegt). Es entsteht gleich der Eindruck, dass die Ausbildung den jungen Rekruten irgendetwas zu geben scheint: Was das genau ist, wird zwar noch nicht deutlich, erscheint mir zu diesem Zeitpunkt allerdings auch noch nicht wichtig zu sein – das Entscheidende ist, dass es im Film ständig in der Luft liegt und für mich als Zuschauer spürbar wird. .“ Wichtige Stilmittel sind filmische Verknüpfungen (Großaufnahme der Turnschuhe/Sneakers zu Beginn – Kampfstiefel in der Fortsetzung; Hand auf dem Rücken in Zivilkleidung wird zu Hand auf dem Rücken mit Uniform/Handschuh).
Recherche und filmische Umsetzung
Hauptelement der Recherche war die Teilnahme des Autors an einer 14tägigen dienstlichen Veranstaltung der Bundeswehr für zivile Führungskräfte – die 99. InfoDVaGLW im Oktober 2014. Die Teilnehmer durchliefen dabei eine verkürzte Grundausbildung mit Formaldienst, Ausbildung an der Waffe, dem Gelöbnis und der Beförderung zum Oberleutnant d. R. Viele der grundlegenden Erfahrungen beim Übergang vom Zivilleben in die militärische Struktur konnte der Autor dabei selbst machen (hier der Link zum Bericht über diese Veranstaltung).
Der Film ist die Abschlussarbeit meiner Ausbildung beim Deutschen Journalistenkolleg Berlin unter der Betreuung von Daniel Moj.
Aufgenommen wurde die Handlung mit einer Reportagekamera (Canon XF 100), meist als Handkamera. Der Ton wird als Atmo mit dem Kameramikro und in den Sprachanteilen mit Richtmikrofon bzw. Lavalier- oder Handmikro, ggf. über eine Funkstrecke, aufgenommen. Länge der Reportage ca. 15 Minuten.

Wenn die Schule ein Flugzeug wäre…


Zieldifferentes Arbeiten in den Klassenzimmern, Aufhebung der Verbindlichkeit von schulischen Empfehlungen für die weitere Schullaufbahn, inklusive Förderung von Schülern in Regelschulen aufgrund vom Elternwillen. Diese und noch andere bildungspolitische Vorgaben prägen das Leben in deutschen Schulen seit einigen Jahren. Selten wird danach gefragt, welchen Sinn diese Entscheidungen für die Förderung der betroffenen Schüler haben. Den Autor reizten diese Entwicklungen zu folgender Glosse frei nach Bertolt Brechts Vergleich von Haifischen und Menschen:

 von Walter Korinek

Wenn die Schule ein Flugzeug wäre, dann wäre endlich alles gut! Wenn die Schule ein Flugzeug wäre, dann wäre das Kultusministerium das Management. Der Slogan des Vorstands wäre dann: „Wir können alles, was Sie als Passagier von uns verlangen“. Egal ob dem Einen vor allem ein gutes Essen und erlesene Weine wichtig sind, der anderen ein ruhiger Schlaf, dem nächsten die Erreichung der unterschiedlichsten Ziele dieser Welt, wieder einer anderen eine perfekte medizinische Versorgung – das Management böte allen an, jeden Wunsch zu erfüllen ohne Ansehen der Person.

Wenn die Kultusverwaltung die Geschäftsleitung einer Fluggesellschaft wäre, verspräche sie allen alles und verbreitete den Slogan „Mit uns können Sie alles erreichen, was Sie wollen.“ Der Vorsitzende der Airline selbst und seine Kollegen im Vorstand wären natürlich keine Piloten, hätten in der Regel auch keinerlei fliegerische Erfahrungen. Sie verstünden sich aber selbst als absolut kundenorientiert. Unternehmensberater der unterschiedlichsten Beratungsfirmen wären auf allen Ebenen tätig. Fortbildungen für das fliegende Personal würden zunehmend von externen Beratungsfirmen zur Steigerung der diversen Ziele der Gesellschaft angeboten. Die Verwaltungsebene der Gesellschaft wüchse im Verhältnis zum fliegenden Personal, die administrative Ebene gewänne auch enorm an Wichtigkeit, da alle diese Aufgaben organisiert werden müssen. Strukturfragen der Airline stünden im Mittelpunkt der Aktivitäten.

Wenn die Schule ein Flugzeug wäre, dann könnten als Ergebnis dieser Strukturreformen endlich Passagiere mit den unterschiedlichsten Reisezielen in ein und dasselbe Flugzeug einsteigen – und alles ganz ohne Bordkarte. Sie hätten natürlich die unterschiedlichsten Wunschträume hinsichtlich dessen, was dort angeboten wird – aber alles mit der selbstverständlichen Erwartung, dass diese Anliegen von der Besatzung schnellstmöglich, effektiv und effizient umgesetzt werden.

Die Piloten und die Besatzung eines solchen Flugzeugs wüssten zwar manchmal nicht, wie sie mit diesen unterschiedlichen Erwartungen zurechtkommen sollten. Möglicherweise wären sie vielleicht – nicht immer, manchmal, hier und da – ein wenig desorientiert. Als Gegenmaßnahme böte die Geschäftsleitung die Botschaft an, dass die neue Geschäftspolitik den längst fälligen Paradigmenwechsel abbilden würde, den die Kunden alle erwartet hätten. Gemäß dieser Vision sei es die Mission der Airline, endlich dieses „All-Inclusive- Angebot“ anbieten zu können. Mit einigen Fortbildungen der Besatzungen würde man alles in den Griff bekommen und nun endlich kundenorientiert und voll inklusiv arbeiten. Wenn die Schulen Flugzeuge wären, dann würden allerdings die Maschinen nach kurzer Zeit alle nur noch auf dem Boden bleiben. Die Crews wären vollständig damit beschäftigt, die unterschiedlichen Wünsche der Passagiere zieldifferent zu planen, sich in vielen Fortbildungen von Unternehmensberatern schulen zu lassen und über die verschiedenen Arten zu diskutieren, wie, wohin, mit welchen Ressourcen, warum und wozu das Flugzeug fliegen solle.

Ja, wenn die Schule ein Flugzeug wäre… .