Reviews

Getting closer – zur Ästhetik des Films mit kleinem Sensor

Das was heute unter „Filmlook“ verstanden wird, beruht häufig auf Aufnahmen mit großem Aufnahmeformaten: 35mm-Film, Vollformatkameras etc.. Diese Art Film beruht auf dem Gegensatz von Schärfe zu Unschärfe, wie es immer wieder z. B. von Paul Wex meisterhaft gezeigt wird.

Filmen mit kleinem Sensor ist anders. Je kleiner das Aufnahmemedium umso größer wird die Schärfentiefe eines Objektivs. Eine Kamera mit 1/4‘‘-Sensor wie die Panasonic HC-X 929 hat z.B. eine Brennweite von 2,84 bis 34,1 mm. Das entspricht bei einem 35mm-Kleinbildfilm einem Äquvalent von 29,8 – 399,2 mm. Während aber ein Standardobjektiv von 50mm an der Canon 5 D bei einer Entfernung von 2 m zum Objekt und einer gewählten Blende 2,8 gerade mal einen scharfen Bereich von  1,89 – 2,12 m hat, würde das Äqivalent am Camcorder bei ansonsten gleichen Bedingungen von 0,30 – ∞ scharf zeichnen. Eine ziemlich langweilige Aufnahme auf der viel zu viele Einzelheiten deutlich sichtbar sind, wäre die Folge. Was also tun, um auch mit kleinem Sensor interessant zu filmen?

01
1/4-Zoll (Panasonic X 909)

Lernen wir von den Kameraleuten, die Meisterwerke wie „Black Swan“ oder „Carol“ auf dem kleinen Filmformat von 16mm gedreht haben. Dieses Filmformat entspricht in etwa dem 1‘‘-Sensor, wie er etwa in der Digital Bolex D 16 oder der Blackmagic Design Pocket Cinema Camera verwendet wird, aber nun auch Eingang in populäre Camcorder wie dem Sony HDR-CX 900 fand.

Schauen wir uns diese Filme mit Blick auf die Kameraführung an, so fällt auf, dass die

1/4-Zoll (Panasonic X 909)
1/4-Zoll (Panasonic X 909)

allermeisten Einstellungen Details zeigen. Kaum einmal ist etwas von der klassischen Abfolge des „Establishing Shots“ zur Halbtotalen zu sehen. Die Kamera ist fast immer nah an den Darstellern – und dadurch gewinnt der Film seine besondere Ästhetik. Der Film entwickelt seine Handlung wie mit der Lupe und reiht Nahaufnahme an Nahaufnahme. Bei den Einstellungen zeigt sich nun auch hier der Kontrast von Schärfe zu Unschärfe wie bei den „großen“ Formaten – aber immer gepaart mit dem Blick aufs Detail.

03
1/4-Zoll (Panasonic X 909)

Wie kommt das? Es hängt zusammen mit den Gesetzen der Optik. Die Schärfentiefe eines Objektivs ist nur von der Brennweite und der eingestellten Blende abhängig. Ein 50mm-Objektiv, oft auch Normalobjektiv genannt, heißt so, weil es bei Verwendung an einer analogen Kamera mit 35mm-Kleinbildfilm oder an einer Vollformatkamera wie der Canon 5D ziemlich genau den Blickwinkel zeigt, den ein erwachsener Mensch hat, wenn er konzentriert und fokussiert auf ein Objekt schaut. Das ist ungefähr ein Blickwinkel von 35 Grad. Bei einer bestimmten Blende ergibt sich so auch eine definierte Schärfentiefe. Hier einige Beispiele für ein 50mm-Objektiv (Quelle: Film &TV Kameramann (Hrsg.): Jahrbuch Kamera 2016, S.551-562:

50-mm-Objektv

Entfernung f 2,8 f 4 f 5,6 f 8
1m 0,97-1,03 0,96-1,04 0,95-1,06 0,93-1,09-
2m 1,89-2,12 1,85-2,17 1,80-2,25 1,72-2,38
5m 4,39-5,81 4,17-6,25 3,91-6,94 3,57-8,33

Verwenden wir nun eine Kamera mit einem sehr kleinen Sensor wie die Panasonic HC-X 929 müssen wir für den gleichen Blickwinkel von 35 Grad die Linse auf eine Brennweite von 5mm einstellen. Dadurch verändern sich die Werte der Schärfentiefe sehr drastisch:

5mm-Objektv

Entfernung f 2,8 f 4 f 5,6 f 8
1m 0,26-∞ 0,20-∞ 0,15-∞ 0,11-∞
2m 0,30-∞ 0,22-∞ 0,16-∞ 0,12-∞
5m 0,33-∞ 0,24-∞ 0,17-∞ 0,12-∞

Was also tun, wenn man eine Kamera mit einem kleinen Sensor zwischen einem ¼‘‘ wie die schon erwähnte Panasonic, einem 1/3‘‘ wie z.B. die Canon XF 100 oder auch eine 1‘‘-Kamera wie die Sony HDR-CX 900 oder die RX10 besitzt? Getting Closer! Ran ans Motiv und eine möglichst lange Brennweite wählen. Wenn man eine ähnliche Schärfentiefe erreichen will, wie mit dem 50mm-Objektiv, muss man an der kleinformatigen Kamera

05
APS-C Sensor (Sony NEX-VG10 mit SEL 18-200mm bei f=6,3, Gain 21 )

bis weit in den Telebereich, etwa eine Brennweite von rund 35mm wählen. Das entspricht umgerechnet auf Vollbild einem Teleobjektiv von ca. 300mm Dann verengt sich allerdings der Blickwinkel auf einen ganz schmalen Ausschnitt von etwa 5 Grad. Das bedeutet, dass man nur noch einen sehr schmalen Ausschnitt sieht. Den nimmt man allerdings mit einer ähnlich geringen Schärfentiefe wahr wie bei einer 50-mm-Linse beim Vollformat. Es ergibt sich eine vollkommen andere Wahrnehmungsart je nach

07
APS-C- Sensor (Sony NEX-VG10 mit SEL 18-200mm bei f=6,3, Gain 21)

verwendeter Kamera. Bei großformatigen Geräten kann man Aufnahmen mit geringer Schärfentiefe machen und ein relativ weites Umfeld in Unschärfe verschwinden lassen während bei den Camcordern mit kleinen Sensoren Bilder mit Unschärfezonen nur möglich sind, wenn man ins Detail geht. Eine ganz andere Bildauffassung ist die Folge, wenn man diese Erkenntnisse bewusst anwendet.

Mit etwas Übung merkt man , dass sich eine Ästhetik wie in den früheren 16mm-Filmen entwickelt. Man bleibt sehr nah an den Protagonisten und folgt der Story mit einem Blick auf die Einzelheiten.

09
APS-C-Sensor (Sony NEX-VG10 mit SEL 50mm bei f=1,8)

Allerdings muss man manchmal ja doch auch Übersichten zeigen. Dann heißt die Devise beim kleinen Sensor noch mehr wie bei den großen: klarer Bildaufbau mit wenig Elementen.

Langer Rede kurzer Sinn: Jede Art von Kamera fordert einen bestimmten Aufnahmestil oder anders gesagt: Mache dich mit den besonderen Möglichkeiten deines Werkzeugs vertraut. Will man mit einer Canon 5D den 16mm-Look des Films „Black Swan“ imitieren, wird man ebenso scheitern, wie beim Versuch mit einer XF100 Übersichtsaufnahmen mit großen Unschärfezonen zu filmen.  Nur wenn man die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten seines Werkzeugs kennt und bewusst kreativ verwendet, wird die Kamera zum Freund.

Schärfentiefenvergleich

Mit drei unterschiedlichen Camcordern: APS-Sensor der Sony NEX-VG10, der Panasonic HC-X909 mit 1/4-Zoll-Sensor,und der Canon XF100 mit einem 1/3-Zoll-Sensor und zum Vergleich ein 1-Zoll-Sensor in der Sony CX900 jeweils in der max. Telestellung mit Offenblende.

Kamera APS: 200mm

Ents. 35mm:

320mm

f=8

1/4′: 35mm

Ents. 35mm:

350mm

f=2,8

1/3′: 50mm

Ents. 35mm:

300mm

f=2,8

1′ :100mm

Ents. 35mm:

350mm

f=5,6

1m 1,00-1,01 0,95-1,06 0,97-1,03 0,99-1,01
2m 1,98-2,02 1,79-2,26 1,89-2,12 1,95-2,06
5m 4,88-5,13 3,89-7,00 4,39-5,81 4,67-5,38

Interessant ist der Vergleich bei 2m Entfernung. Das entspricht häufig einer Nahaufnahme des Gesichts. Hier zeigen sich folgende Schärfentiefenbereiche:

Kamera APS: 200mm

Ents. 35mm:

320mm

f=8

1/4′: 35mm

Ents. 35mm:

350mm

f=2,8

1/3′: 50mm

Ents. 35mm:

300mm

f=2,8

1′ :100mm

Ents. 35mm:

350mm

f=5,6

2m 4 cm 47 cm 23 cm 11 cm
06
APS-C-Sensor (Sony NEX-VG10 mit SEL 18-200mm bei f=6,3, Gain 21)

Beachten muss man den erheblichen Unterschied in der Lichtstärke. Die NEX-VG10 verlangt unter Low-Light-Bedingungen sehr rasch nach einem relativ hohen Gain; hier haben die beiden Kameras mit kleinem Sensor erheblich größere Reserven. Subjektiv scheinen im Vergleich die Aufnahmen mit der Panasonic bei schwachem Licht klarer und rauschärmer.

04
1/4-Zoll (Panasonic X 909)

 

__________________________________

Autumn Garden – ein Vergleich von Systemkamera und Camcorder

Ein kleines Experiment mit einigen sehr verschiedenen Kameras: Sony NEX 7 mit 1,8 / 35 mm, Panasonic HC-X 909 und Canon XF 100. Mit FCP bearbeitet Musik: „Flowers of Fall“ von Dee Yan Key (freemusicarchive.org). Kann man auch mit Camcordern mit sehr kleinen Sensoren Aufnahmen mit geringer Schärfentiefe erzielen? Der X 909 hat lediglich einen 1/4-Zoll- Sensor, der des XF 100 ist mit 1/3 Zoll nicht viel größer – und doch gelingen Aufnahmen im so beliebten Filmlook. Die Anfangssequenzen des kleinen Films wurden beispielsweise mit dem Panasonic aufgenommen und zeigen in meiner Sichtweise ein recht ansprechendes Ergebnis, oder nicht? Der Trick dabei: Die Blende soweit wie möglich öffnen und das Objektiv auf die längste Brennweite einstellen. Dabei ist ein Stativ in aller Regel notwendig, um Verwackelungen vorzubeugen. 

Hier habe ich noch meinen kleinen Slider eingesetzt. Ebenso ging ich bei den Sequenzen mit dem XF 100 vor; allerdings verwendete ich dabei auch noch die eingebaute Zeitlupe. Dies geht bei diesem Camcorder leider nur bei einer kleineren Bildgröße von 1280×720, die ich dann in Final Cut Pro bei der Ausgabe auf die volle HD-Auflösung von 1920 x 1080 hochskaliert habe. Obwohl ich anfänglich skeptisch war, überzeugte mich das Ergebnis. Die andere Möglichkeit wäre die Zeitlupe in der Postproduktion mit dem Schnittprogramm herzustellen. Sowohl in Edius wie auch in Final Cut Pro X funktioniert dies auch gut.

Der Hauptteil der Aufnahmen wurde mit der NEX 7 mit dem 1,8/35 mm-Objektiv aufgenommen. Trotz APS-C-Sensors der Kamera hatte ich die Blende fast ganz geöffnet und so gelingen Einstellungen mit einem sehr schönen Bokeh.

Hier die Auflösung, welche Szene mit welcher Kamera aufgenommen wurde:

Bild 1 – 4: Canon XF 100

Bild 5 – 6: Panasonic HC-X 909

Bild 7-12: Sony NEX 7 mit 1.8/35 mm

Die Common-License-Musik „Flowers of Fall“ stammt von Dee Yan Key und ist von freemusicarchive.org

Viel Spaß beim Anschauen!

_____________________________________

Videos mit dem Smartphone – ein Erfahrungsbericht zum Lumia 930

Ich habe ein eher zwiespältiges Verhältnis zu Berichten über Aufnahmegerätschaften: Einerseits finde ich die Pixelzählerei und pseudowissenschaftliche Ambitionen mancher Autoren quälend, andererseits interessieren mich Erfahrungsberichte, die sich ihrer Subjektivität bewusst sind, schon. Für mich als Anwender zählen letztlich die Ergebnisse mehr als aufwendige Tests. Die beste Kamera ist die, welche man dabei hat. Nach diesem Motto drehte ich das folgende kurze Filmchen mit meinem Windows Phone Nokia Lumia 930.

Die wilde Küste der Bretagne – wieder ein kleiner Film mit dem Windowsphone Lumia 930 und zugleich – ganz nebenbei – ein Fashionfilm. Selbstverständlich ist dies kein echter Werbeclip 🙂 Die simple Wahrheit: Während einer Wanderung auf einem der tollen Wanderwege entlang der Cote Sauvage an der bretonischen Westküste kam mir die Idee, wie wohl ein Werbefilmer diese großartige Naturkulisse umsetzen würde. Gesagt – getan: Ich schnappte mir mein Smartphone, konzentrierte mich auf das neue Outfit meiner Frau und kombinierte dies zuhause mit einigen Naturaufnahmen. Voila – fertig ist eine Annäherung an aktuelle Lifestylewerbung mit dem Touch des Nicht-Perfekten
Music: „Beautiful mood“ by Dag Reinbott

Nach dieser praktischen Einleitung nun einige Bemerkungen zum Lumia 930: Die Eigenschaften des Nokia Lumia 930 als Telefon sind mir in diesem Bericht ziemlich unwichtig. Interessant Lumia sw-2ist es hier für mich wegen seiner Fähigkeiten als Videokamera. Die 20-Megapixel-Kamera mit einem 1/2,5 großem Sensor und Carl-Zeiss-Optik mit 26mm und einer Lichtstärke von 2,4 geben schon eine Grundlage für fotografische Aufgaben. Am wichtigsten die Frage: Kann man mit so einem Gerät tatsächlich Filme machen, die über den reinen Erinnerungswert hinaus-reichen? Aus meinen Erfahrungen kann ich diese Frage tatsächlich bejahen. Es geht, wenn man gewisse Dinge beachtet.

Erstens ist trotz des eingebauten Bildstabilisators im Lumia, der seinen Job recht gut erledigt, eine ruhige Haltung das A und O der Aufnahmen. Nun wird man in der Regel kein Stativ mit schnurstativ sw-1sich herumtragen, wenn man schon mit dem kleinen Smartphone filmt. Hier leistet ein Schnurstativ wertvolle Hilfe. Deutlich sieht man dies an den Schwenk am Anfang des Bayernfilms. Ich verwendete hier das billige Somikon Seilstativ, das für rund 5 Euro zu kaufen ist zusammen mit einer ebenso preiswerten Smartphonehalterung.

Die Funktion des Schnurstativs ist einfach: Am unteren Ende kann man mittels eines 3-Wege-Schalters ein Stahlseil mit einem Fußteil herausziehen. Man tritt auf das Fußende, stellt die gewünschte Seillänge ein und zieht die Kamera nach oben. Wenn man dann noch die Arme am Oberkörper abstützt, erreicht man eine recht stabile Kamerahaltung.

Werbung

(Foto aus der Werbung http://www.somikon.de/Schnurstativ-NX-4070-919.shtml)

Ein kritischer Punkt beim Filmen mit diesem Smartphone ist der Autofokus. Eigentlich funktioniert er sehr gut, zumindest beim Fotografieren. Bei der Videoaufnahme neigt er allerdings ab und zu zum Neufokussieren. Das macht sich unangenehm bemerkbar, man sieht es gelgentlich in den ersten beiden Filmen. Ich habe mir deshalb vorgenommen, zukünftig nicht nur die Belichtung und ggf. den Weißabgleich, sondern auch die Entfernung manuell einzustellen. Das ist ein wenig fizzelig mit den Einstellungen, beim Iphone mit der Software Filmic Pro scheint mir das wesentlich einfacher.

Zum Abschluss noch ein Film, den ich mit dem Lumia über einen Kurztrip nach Berlin drehte und ein Video über Gleitschirmflieger am Rubjerg Fyr in Dänemark:

Hier noch die Daten des Smartphones:Lumia sw-1

Nokia Lumia 930
Hauptkamera: Sensorgröße 1/2,5 Zoll
Nennauflösung im Format 4:3 / 16:9:  19 / 16 Megapixel
Frontkamera: Nennauflösung 1,2 Megapixel
Brennweite (KB, 16:9) / Blende 26 mm/f2,4
dedizierte Kamerataste ja
Fotolicht Dual-LED-Blitzlicht
Bildstabilisator optisch
Autofokus ja
Selbstauslöser ja
Belichtungskorrektur ja
man. Einstellung von ISO / Weißabgleich / Schärfe / Kontrast /
Farbsättigung ja / ja / nein / nein / nein
HDR-Aufnahme nein
Panorama-Aufnahme nein
Serienbild-Aufnahem ja
Geo-Tag ja
Farbeffekte ja
Auslösen oer Sprachbefehl nein
Makro-Modus ja
Videoaufnahme: maximale Auflösung 1920 x 1080 Pixel

(Quelle: http://www.connect.de/testbericht/nokia-lumia-930-kamera-test-2159747-2688.html)

_________________________________________

Sweet Melancholy – ein Test meiner neuen Sony NEX 7

Dieses Video erzählt keine Geschichte. Ich wollte damit nur die Fähigkeiten meiner neuen Kamera testen – die Sony NEX 7. Ich habe meine alte NEX-VG 10 mit dem SEL 18200 verkauft und kaufte die kleine Kamera in der Bucht zu einem überraschend günstigen Preis. Ich wollte eine kleine, handliche Kamera, die schöne Bilder und Videos produziert. Dieses Video ist mein erster Versuch, einige Aufnahmen mit der Neuen zu schießen.

Das Ergebnis in meiner Einschätzung: Die NEX 7 ist eine wunderschön gestaltetete High-End-Kamera mit einem tollen CMOS-Sensor. Es ist eine spiegellose Kamera mit einem Metallkörper, die für Enthusiasten entwickelt wurde. Sie vereint fortschrittliche Technologie mit der Seriosität einer professionellen DSLR. Wenn man die NEX 7 anfasst, fühlt man Metall, schwarz lackiert, nicht lackiertem Kunststoff. Dies ist einer der Gründe, warum ich das ältere Modell wählte und nicht die neure Alpha 6000, die aus Verbundwerkstoffen hergestellt wird. Vermutlich ist der Autofocus der neueren Kamera besser, aber das schlagende Argument für mich als Videofilmer ist der Mikrofoneingang an der NEX 7.

Nex 7-1

Die Kamera packt viele Funktionen in einem sehr kleinen Body. Und es sind nützliche Features, nicht Gimmicks. Für Run & Gun-Aufnahmen, Dokumentarfilm oder Nachrichten mit dem absoluten Minimum an Rigging – aber natürlich auch für Fotos -, macht es viel Spaß sie zu verwenden.

Das Sony E 16-50mm f / 3.5-5.6 OSS PZ   ist ein Pancake-Zoom-Objektiv für das Sony NEX-System (E-mount). Es ist eine extrem kleine Linse mit einem hochinteressanten Brennweitenbereich. Es bietet ein Äquivalent zu einem 24-75mm-Objektiv an einer Vollformatkamera.

Alles in dem Video wurde aus der Hand unter Benutzung des Suchers gedreht. Ich nutzte ausschließlich das SEL 1650-Kit-Objektiv und nach der Bearbeitung war ich doch sehr überrascht über die Qualität dieser Combo mit der NEX 7.

 

Mit der Panasonic HC-X 909 in Namibia

Antje Korinek-BlessingDie Aufnahmen für unseren Namibia-Film drehte ich mit der Panasonic HC-X 909. Lassen Sie mich vor diesem Hintergrund vorab die Frage stellen: Ist dieser Camcorder eine professionelle Kamera? Sicher kann man dies mit einem klaren Nein beantworten, wenn man Kriterien anlegt, die üblicherweise an solche Ausrüstung gestellt werden. Fragt man jedoch, ob man mit der Panasonic HC-X 909 professionell arbeiten kann, kann man dies mit wenigen Ausnahmen mit einem Ja beantworten. Fragen wir uns: Panasonic-3Was heißt denn professionelles Arbeiten? Für mich heißt das: Unter gegebenen Umständen mit der angepassten Ausrüstung das bestmögliche Resultat erzielen — und so gesehen war die Wahl dieser Kamera zur Herstellung dieses Films absolut überzeugend!

Dies will ich im Folgenden kurz begründen:

  • Das lichtstarke und sehr scharfe Leica-Objektiv mit f/1,5 bei Offenblende und einer Brennweite von 29-368 mm genügt in den meisten Fällen den Ansprüchen für Reisefilme. Lediglich bei einigen wenigen Tieraufnahmen hätte ich mir ein längeres Tele gewünscht. Ich versuchte den Mangel mit dem   „Intelligenten Zoom“ auszugleichen. Entgegen der Auffassung mancher Tester konnte mich diese Spezialform eines digitalen Zooms, bei dem die nicht benötigten Randzonen des Sensors benützt werden,  nicht überzeugen. Die Aufnahmen waren doch relativ unscharf und können nur durch extremes Nachschärfen verwendet werden.
  • Panasonic-1Interessant war hingegen die hohe Lichtstärke, die in Verbindung mit maximaler Telestellung und einem ND8-Graufilter doch ein gewisses Bokeh durch Unschärfe im Hintergrund erzeugen konnte. Ich hatte abgesehen von Aufnahmen in der Dämmerung stets diesen Filter auf der Kamera.
  • Absolut überzeugend war hingegen das Bildstabilisierungssystem Hybrid OIS+ mit seiner kombinierten optischen und die elektronische Stabilisierung. Damit korrigiert es ungewollte Bewegungen auf fünf Achsen. Gerade bei Reisefilmen, wenn es darauf ankommt, rasch aufnahmebereit zu sein und vielleicht die Situation der Reisegruppe die Verwendung von Stativen oder anderen Hilfsmitteln nicht zulässt, war der Bildstabilisator immer verlässlich. So sind nahezu alle Aufnahmen des Films aus der Hand und nur ggf. mit Aufstützen entstanden.
  • Der bekannte kühle Bildcharakter der Panasonic HC-X 909 mit seiner leichten Überbetonung des Grünanteils gefiel mir speziell bei den „Colours of Africa“ nicht so sehr. Dies konnte ich jedoch leicht durch die Möglichkeiten meiner Bildbearbeitungssoftware Magix Video Pro X5 ausgleichen. Ich habe einfach für den ganzen Film den Farbcharakter etwas in Richtung rot verschoben und gleichzeitig den Kontrast ein wenig angehoben. Wie so oft bei der Bearbeitung ist auch hier wenig oft mehr.
  • Als sehr wichtig stellte sich heraus, dass ich in Namibia im Gegensatz zu früheren Projekten, nur im manuellen Modus aufgenommen habe. Weißlichtabgleich, Belichtung und Blende sind so an das Motiv perfekt anzupassen.
  • Alle Aufnahmen wurden im 50p-Format aufgenommen. Panasonic-2Dies ermöglichte bei Bedarf in der Nachbearbeitung sehr leicht eine 2fache Zeitlupe.
  • Das wichtigste Kriterium für die Wahl der Panasonic HC-X 909 war jedoch ihre Kompaktheit und das geringe Gewicht. So ging die gesamte Ausrüstung in die kleine, unauffällige khakifarbene Kalahari Molopo K-41i Canvas. Ich hatte 4 Reserve-Akkus dabei, ein externes Ladegerät, Polfilter, ND8-Graufilter und das kleine Reisestativ Pronto von Cullmann (brauchbar, wenn kein Wind geht).

Überzeugen Sie sich nun selbst – viel Vergnügen beim Film! Noch eine kleine Korrektur zum Abspann: Die Homepage kobl-media habe ich eingestellt; Sie können sich nun über alles hier informieren und z.B. den ganzen Film unter Reiseberichte anschauen.

Kamera………………………………….. Panasonic HC-X909 (1080/50p)

Software ………………………………… Magix Video Pro X5

Location…………………………………. Namibia

Musik: …………………………………… Highland Musikarchiv